Chronik der CDU
Rimbach zur Feier des 30jährigen Bestehens am 17. Dezember 2004
30 Jahre CDU Rimbach -kein weltbewegendes Ereignis, auch keine besonders
mystische Zahl, der man nicht ausweichen kann, aber doch eine Tatsache,
von der der Vorstand meinte, man solle sie nicht ganz übergehen.
Immerhin zeigt uns die fast komplett vertretene Kreisspitze, dass wir
doch nicht ganz unwichtig sind, als jüngster oder zweitjüngster
Gemeindeverband vor oder nach Lautertal sind wir aber doch schon eine
gewisse Besonderheit auf Kreisebene und gelegentlich noch seitens
unserer Kreisoberen etwas pflegebedürftig -und diese Pflege lassen uns
die hier versammelten drei Oberen auch immer wieder angedeihen, z.B auch
heute, indem sie allein schon durch ihre Anwesenheit unser Familienfeier
aufwerten und bereichern.
Zur Feier des 30jährigen Bestehens unseres Gemeindeverbandes lassen Sie
mich einige Splitter aus der Geschichte der Rimbacher CDU in lockerer
Reihenfolge vortragen.
28 Jahre nach Schaffung der kommunale Selbstverwaltung bekommt auch das
rote Rimbach seinen schwarzen Fleck, der sich - blickt man nur auf die
letzten drei überörtlichen Wahlen -Landtagswahl, Landratswahl,
Europa-Wahl- zu einer Art Horror für die SPD entwickelt haben muss, mit
10 bis 15 % Vorsprung vor der SPD. Zugegeben -auf örtlicher Ebene sieht
das doch noch ganz anders aus. Immerhin gehören aber frühere
Kommunalwahlergebnisse mit 70% SPD-Anteil und 30% ungültiger Stimmen
längst der Vergangenheit an.
Im Frühjahr 1974 - die letzten autofreien Sonntage nach der Ölkrise
waren noch in guter Erinnerung- fand nach mehreren vorbereitenden
Veranstaltungen die Gründung der CDU Rimbach statt. Ein genaues Datum
konnte ich nicht ermitteln, aber die Eintrittsdaten der noch nicht in
der CDU Mitglied seienden Gründungsmitglieder lautet auf den ersten
April. Wie sich bis heute zeigt, ist dieses Datum nicht als eintägiger ,
sich selbst erledigender April-Scherz aufzufassen gewesen Von mehreren
zuvor erschienenen interessierten Bürgern blieben schließlich 7 übrig,
die den Mut aufbrachten , der gehörte damals dazu- im mehr als 20 Jahre
allein von der SPD regierten Rimbach einen CDU-Ortsverband zu gründen.
Es waren dies Dietrich und Karin Schopen, Peter Kunkel, Heinrich Kuhn,
Hermann Bauch, Hans Fendrich und Peter Schenk, der über zwanzig Jahre
einziges CDU-Mitglied in Rimbach gewesen ist. Von ihm wissen wir auch,
wie schwer es war in Rimbach eine Konkurrenzpartei zur SPD aufzubauen.
Seine Versuche CDU-Wahlveranstaltungen mit dem damaligen
Bundestagsabgeordneten Dr.Carl-Otto Lenz durchzuführen, schlugen fehl,
weil, so hat es mit Peter Schenk vor vielen Jahren erzählt, draußen vor
dem Lokal SPD -Leute standen und kein einziger Bürger sich zu einer
CDU-Wahlveranstaltung traute. Auch in den folgenden Jahren haben wir als
aktive CDU-Mitglieder immer wieder Schmähungen in der Öffentlickeit
hinnehmen müssen. Gottseidank hat sich das bis heute weitgehend gelegt
und wir sind zu einer festen politischen Größe in Rimbach geworden.
Der gerade angesprochene Dr. Lenz war zusammen mit dem damaligen
Kreisgeschaftsführer Franz Hildenbeutel Taufpate des Rimbacher
Ortsvereins.
Die Gründung der Rimbacher CDU bedeutete zugleich eine Erleichterung für
die Fürther Parteifreunde, denn diese hatten bis zur Gründung in Rimbach
die Aufgabe übernommen bei Bundestagswahlen das Wahlmaterial der CDU in
Rimbach zu verteilen,. wie mir der frühere Fürther Vorsitzende Franz
Dörsam einmal erzählte.
Außer Peter Schenk und in gewisser Weise auch Hans Fendrich gab es keine
weiteren eingeborenen Rimbacher CDU Mitglieder. Diese(r) Tendenz/Umstand
setzte sich im wesentlichen auch bei den nachfolgenden neuen Mitgliedern
fort; daraus resultiert durchaus eine gewisse Schwäche des Rimbacher
Ortsverbandes bis heute, es gibt bei uns keine Clan-Bildungen, wie sie
bei der SPD bis heute, wenn auch in abgeschwächter Form vorhanden ist.
Noch im Jahr 1974 stießen weitere Mitglieder zur CDU: Fritz Richter als
ebenso konvertierter Sozialdemokrat wie Hans Fendrich, Hans Joachim
Peters, Ruth Schaab und ich selbst; sicher auch noch einige andere, die
aber anhand der heutigen Mitgliederlisten nicht mehr feststellbar sind,
weil sie entweder verstorben, verzogen oder ausgetreten sind. Damit war
schon in gewisser Weise der harte Kern der Rimbacher CDU vorhanden.
Als 1977 die CDU zum ersten Mal mit 10 Abgeordneten -vor allem zu Lasten
der FWG, die bereits seit einer Legislaturperiode in der
Gemeindvertretung gesessen hat, in das Gemeindeparlament eingezogen ist
, hatte dank des Einsatzes vor allem von Hans Fendrich und Dietrich
Schopen und Fritz Richter und Peter Kunkel der Ortsverband bereits über
50 Mitglieder. In diesem Jahr gab es bereits eine Junge Union mit ihrem
Vorsitzenden Peter Kunkel , vor vier/fünf Jahren wiedererweckt von Mark
Mauermann, die Frauen-Union wurde gegründet- Edeltrud Kuhn wurde ihre
Vorsitzende, meine Frau, die später Nachfolgerin von Edeltrud Kuhn
geworden ist, trat in die CDU ein, wurde Mitglied in der
Gemeindevertretung, vier Jahr später ohne Unterbrechung Mitglied des
Gemeindevorstands, seit rund zwei Jahren erste Beigeordnete; sie ist
damit dienstältestes Mitglied des Gemeindevorstands in Rimbach., mit
ihrem Eintritt hatte sich der harte Kern nicht unbedeutend erweitert.
Mit Dietrich Schopen als Vorsitzendem, Fritz Richter als
Fraktionsvorsitzenden hatten wir im Verein mit den anderen Aktiven eine
starke Truppe, wie sie in ihrer Schlagkraft später kaum noch erreicht
wurde. Mit Ausnahme des Zeitraums, als nach dem Wegzug der Schopens Ende
1979 Fritz Richter auch noch das Amt des Vorsitzenden übernommen und mit
großem Einsatz und mit Bravour seine sich selbst und der CDU gesetzten
Ziele verfolgt hat. So ist er nach Dietrich Schopen zur überragenden
Führungspersönlichkeit der Rimbacher CDU geworden. In diese Zeit des
Aufbruchs fallen eine ganze Reihe von Aktivitäten ,an die ich mich noch
gut erinnern kann und die viel Zuspruch gefunden haben, z.B. die Fahrten
zu Wahlkampfveranstaltungen 1976 mit Helmut Kohl und 1980 mit
Franz-Josef Strauß ! in Frankfurt.1979 Teilnahme bei einer
Großdemonstration in Bonn nach dem Einmarsch der SU in Afghanistan.
Neben den politischen Zielen hat mich damals vor allem Juli Migenes
beeindruckt, die vor rund 200000 Demonstranten von Freiheit gesungen
hat. Immer waren zwischen 1o und 15 Rimbacher CDU-Mitglieder auf Achse.
Die europäische Welt war damals vielleicht noch aufgeregter, wir noch
jünger- wie sähe das heute aus bei ähnlichen Veranstaltungen? Eine
Berlin-Fahrt - ebenfalls 1979- von Hans Fendrich organisiert, habe ich
noch in guter Erinnerung. 40 Rimbacher CDU-Mitglieder und Parteifreunde
machten sich auf in die damals noch geteilte Stadt. Die
Hinterlassenschaften der Vergangenheit waren überall noch zu spüren und
zu sehen. (Erlebnis Autobahnhaltestelle, Besuch in Ostberlin).
Auch drei Kreisparteitage wurden in den 70er und 80er Jahren in Rimbach,
Mitlechtern und Zotzenbach durchgeführt.
Als Fritz Richter Mitte der 80er Jahre sich aus der Rimbacher
Kommunalpolitik vorübergehend verabschiedete und seine Schwerpunkt auf
die Kreispolitik legte, wo er nicht nur Kreistagsmitglied, sondern auch
Sprecher der Bergsträßer CDU und maßgeblich in den Feldern Bildungs- und
Umweltpolitik tätig war, folgte ihm Hans Siebert als
Fraktionsvorsitzender nach Er war einige Jahre auch Mitglied des
Kreisvorstandes wie zuvor Fritz Richter und danach Gisela Metzger. Rolf
Schulze wurde sein Nachfolger als Vorsitzender ; mit ihm verbinden wir
u.a. die Einführung unseres inzwischen traditionellen Heringsessens .
Damit sind meine drei Vorgänger erwähnt, die bei aller
Unterschiedlichkeit der Temperamente eines gemeinsam hatten: Sie kamen
alle aus der ehemaligen DDR. Eine weitere Gemeinsamkeit weisen Fritz
Richter und Dietrich Schopen auf: sie haben beide als junge Leute ihren
Einsatz für die Freiheit in der DDR mit mehrjährigen Haftstrafen büßen
müssen, der eine in Sibirien, der andere in der DDR. Ich glaube, wir
können stolz sein solche durch ihr Leben und ihre Erfahrungen geprägte
und gestählte freiheitsliebende Männer in unseren Reihen zu haben.
Als 1992 Rolf Schulze aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte,
wurde ich als sein Stellvertreter auch sein Nachfolger. Ich nehme an,
dass es mit der "Gemütlichkeit" unserer Mitglieder zu tun hat, dass ich
bis heute noch nicht gestürzt worden bin. Inzwischen war nach dem
vorübergehenden Wegzug von Sieberts auch eine Neubesetzung der
Fraktionsführung nötig geworden. Horst Hackenberger übernahm dieses Amt
bis zu seinem Schlaganfall 1997. Seither führen Gisela Metzger und Peter
Kunkel dieses Amt aus, wobei Gisela Metzger seit einigen Jahren auch
schon Mitglied der Bergsträßer Kreistages ist und Peter Kunkel ebenfalls
dort seit wenigen Monaten als Nachrücker zusätzlich tätig ist.
Ein Wort noch zur Stärke der Fraktion: nach einem weiteren Gewinn von
zwei Sitzen 1981 folgte eine deutliche Schwächung und ein Rückgang auf
acht Mitglieder, dieser ist vor allem durch die neu hinzugekommenen FDP
und PAR/Grüne zu erklären -vielleicht auch durch den vorübergehenden
Ausfall von Fritz Richter. Immerhin haben wir diesen Stand trotz der
weiter hinzugekommenen UBL zum vierten Mal in Folge verteidigen können.
Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang auch, dass wir in Zotzenbach
etwa zweieinhalb mal den Ortsvorsteher gestellt haben bzw. mit Hans
Siebert z.Z.stellen, obwohl wir im Gegensatz zu überörtlichen Wahlen,
nur zweit-oder drittstärkste Kraft in Zotzenbach sind. Vor Hans Siebert
sind hatte in den 80er Jahren schon Ernst Geiß dieses Amt ausgeübt und
nach ihm Hans Fendrich, den wir aber nur halb für uns verbuchen können,
da er zwar CDU-Mitglied bis zu seinem Tod geblieben ist, aber Kandidat
der UBL war, allerdings von dem CDU-Vertreter mitgewählt.
Da die CDU in Hessen nur ganz selten an der Regierung war, auch wenn sie
seit Ende der 60er Jahre wiederholt stärkste Fraktion gewesen ist,
hatten wir bei Wahlkämpfen neben unseren Bundestagsabgeordneten Dr.Lenz,
Dr. Kappes und Dr. Meister und den Landtagsabgeordneten Dr. Hans Wagner,
Christof Greiff, Werner Breitwieser und Ilona Dörr sowie Landrat Franz
Hartnagel und wiederholt auch die 1. Kreisbeigeordneten Horst Strecker,
Dr. Wolf und Egon Straub und Jürgen Lehmberg als Gäste. (Anmerkung zu
Franz Hartnagel: Trommhalle Ereweiterungsbau der MLS) In den letzten
Jahren mehrfach auch Matthias Wilkes als Kandidat und als Landrat.
In früheren Jahren -damals war dies auch noch üblicher- hatten wir bei
Wahlkämpfen vor allen Dingen Unterstützung aus Baden-Württemberg.
Hessische Minister gab es ja sehr selten. Neben Lothar Späth (ca 350
Besucher in der Aula der MLS) war mehrmals Minister Gerhard Weiser zu
Gast in Rimbach. Kultusminister Prof. Hahn, Udo Ehrbar,
Kanzleramtsminister z.Z Helmut Kohls, Bernd Schmidbauer. Aus Rheinland-
Pfalz war die damalige Kultusministerin, spätere Berliner Senatorin Dr.
Hanna-Renate Laurin, genannt Hanna Granate zu Gast. Wer sie erlebt hat,
weiß, wie sie zu diesem Beinamen gekommen ist. Auch aus dem
Odenwaldkreis hatten wir Unterstützung mit Alexander Warikoff (MdB) und
Inge Velte (MdL). Seit der erneuten Machtübernahme in Hessen durch
Roland Koch hatten wir diesen ,zwar nur halboffiziell erlebt, da er zu
einem eher privaten Besuch in Rimbach war. Zu unserer 25Jahr-Feier war
die damals gerade ins Amt gekommene neue hessische Kultusministerin Kar!
in Wolff zu Gast. Auch der frühere hessische Landesvorsitzende und
Bundesminister Dr. Alfred Dregger, von politischen Gegnern Django
genannt, machte einmal in Rimbach im Berghof Station.
Ganz sicher habe ich in dieser Aufzählung noch den einen oder anderen
vergessen. Aber ich wollte ja auch nur einige der Aktivitäten des
Ortsverbandes damit ansprechen. Denn zu fast jeder dieser
Veranstaltungen mussten Räume reserviert u.U. auch geschmückt und
eingerichtet werden - hier hatte vor allem die FU mit starkem Einsatz
mitgewirkt, oft mussten natürlich auch Getränke beschafft und Plakate
geklebt und aufgestellt werden, insbesondere bei Bundestags-,Landtags
und Kommunalwahlen, oft eine Syssiphus- Arbeit, weil diese Plakate immer
wieder beschädigt oder zerstört oder ganz verschwunden waren und
erneuert werden mussten, ich darf mir zugute halten, dass ich
unterstützt von einigen zuverlässigen anderen wohl die meisten Plakate
in Rimbach für die CDU geklebt und aufgestellt wieder eingesammelt und
auch oft repariert habe.
Besondere Feste
10 Jahresfeier mit Dr. Otto Wagner,25 Jahrfeier mit der hessischen
Kulktusministerin Karin Wolff , Dr.Meister, Ilona Dörr, Werner
Breitwieser- Verleihung von Landesehrenbriefen):- 30 Jahr -Feier mit der
hier versammelten Bergsträßer Prominenz; 75 Jahre Peter Schenk
(Weihnachtsfeier)
Gut in Erinnerung ist mir auch noch die wohlverdiente Auszeichnung Fritz
Richters, als er das Bundesverdienstkreuz erhielt ;auch andere unserer
Mitglieder sind ausgezeichnet worden mit Landesehrenbriefen Horst
Winkler, Fritz Richter, Peter Kunkel, Hans-Joachim Peters, Reinhold
Bläss, Horst Hackenberger, von Parteiseite mit der Kanzlermedaille
ausgezeichnet Fritz Richter und Doris Kohl.
Noch eine statistische Anmerkung: im Verlaufe dieser 30 Jahre haben wir
63 Mitglieder durch Austritt; Tod und Umzug verloren, mehr als wir heute
noch Mitglieder haben.